Fork-Fiasko: Neue Bitcoin-Blockchain bleibt einfach stehen – BitRss

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  • BIP-110-Fork bleibt stecken:
    Die neue Blockchain produzierte lediglich zwei Blöcke und verharrt bei Block 961.633, während Bitcoin normal weiterläuft.
  • Miner verweigern die Unterstützung:
    Nur 2,53 Prozent der Bitcoin-Blöcke signalisierten zuletzt für BIP-110, deutlich weniger als die vorgesehene Schwelle von 55 Prozent.
  • Mining-Difficulty wird zum Problem:
    Die BIP-110-Chain startete mit Bitcoins hoher Schwierigkeit, verfügt aber nur über einen Bruchteil der Hashrate. Dadurch entstehen extrem lange Blockzeiten.
  • Prominenter Widerstand hält an:
    Michael Saylor und Adam Back kritisieren den Eingriff in Bitcoins Konsensregeln und warnen vor möglichen Folgen für Neutralität und Glaubwürdigkeit des Netzwerks.
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Krypto-Fork kommt kaum voran

 Neue Bitcoin-Blockchain bleibt einfach stehen

Der umstrittene BIP-110-Fork, über den wir bereits gestern berichteten, ist seit heute Realität, doch die neue Blockchain kommt praktisch nicht vom Fleck. Nach Beginn des verpflichtenden Signalings bei Block 961.632 produzierte die BIP-110-Chain gerade einmal zwei Blöcke und blieb laut BIP110 Monitor anschließend bei Block 961.633 stehen.

Währenddessen lief die reguläre Bitcoin-Blockchain normal weiter und erreichte zuletzt bereits Block 961.727. Der Abstand ist damit auf mehr als 90 Blöcke angewachsen.

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 Neue Bitcoin-Blockchain bleibt einfach stehenDer BIP-110-Fork ist bei Block 961.633 stehen geblieben. Quelle: bip110monitor.com

Miner lassen die Chain hängen

Der Grund ist die extrem geringe Unterstützung durch Miner. Im letzten abgeschlossenen Zeitraum signalisierten lediglich 51 von 2.016 Bitcoin-Blöcken Unterstützung für BIP-110. Das entspricht 2,53 Prozent und liegt weit unter der vorgesehenen Schwelle von 55 Prozent.

Die ersten beiden Blöcke der neuen Chain wurden von der pseudonymen Mining-Gruppe Roughnecks über das DATUM-Protokoll des Mining-Pools Ocean erzeugt. Seitdem kam kein weiterer Block hinzu. Ocean bezifferte die Hashrate der BIP-110-Chain zuletzt auf rund 1,18 EH/s.

Volle Schwierigkeit bremst BIP-110

Für die junge Blockchain wird die geringe Rechenleistung zum handfesten Problem. Sie startete mit derselben Mining-Difficulty wie Bitcoin (BTC), weil beide Chains bis zur Abspaltung dieselbe Historie teilen. Auf dem ersten BIP-110-Block lag die Difficulty bei rund 127,48 Billionen.

Diese Schwierigkeit passt jedoch nicht zur deutlich geringeren Hashrate der Minderheits-Chain. Das Ergebnis sind extrem lange Blockzeiten. Eine automatische Anpassung erfolgt erst nach einem vollständigen Difficulty-Zeitraum von 2.016 Blöcken.

Bis dahin müsste sich die BIP-110-Chain trotz ihrer geringen Rechenleistung durch den bestehenden Schwierigkeitsgrad arbeiten.

📌 Übrigens: Alles zu den wichtigsten Bitcoin Forks und warum es diese überhaupt gibt, erfährst Du in unserem umfangreichen Artikel zu diesem Thema.

Krypto-Streit geht weiter

BIP-110 soll die Menge nicht zahlungsbezogener Daten auf Bitcoin für rund ein Jahr begrenzen und damit den Fokus stärker auf die Nutzung als monetäres Netzwerk legen. Seit Block 961.632 lehnen Nodes, die BIP-110 durchsetzen, Blöcke ohne das entsprechende Signal ab.

Normale Bitcoin-Nodes akzeptieren dagegen weiterhin sowohl signalisierende als auch nicht signalisierende Blöcke. Das verpflichtende Signaling läuft bis Block 963.647. Die neuen Datenregeln selbst würden erst nach erfolgreicher Aktivierung greifen.

Prominente Stimmen aus der Bitcoin-Szene lehnen den Eingriff jedoch ab. Strategys Michael Saylor erklärte auf X, die Ziele von BIP-110 grundsätzlich zu teilen, warnte aber davor, dafür Bitcoins neutrale Regeln und den bestehenden Konsens zu verändern.

Auch Blockstream-CEO Adam Back äußerte sich kritisch. Eine Änderung auf Konsensebene könne seiner Einschätzung nach die Glaubwürdigkeit von Bitcoin beschädigen. Zudem warnte er davor, dass bestimmte UTXOs durch die neuen Regeln möglicherweise nicht mehr ausgegeben werden könnten.

it’s worse as it is an attack on bitcoin’s credibility as a store of value, it’s security credibility, and a lynch mob attempt to push changes there is not consensus for. spam is just an annoyance, it all definitionally fits within the block-size. the op returns are 4x smaller.

— Adam Back (@adam3us) February 15, 2026

Fazit: Ein Fork braucht mehr als Code

BIP-110 liefert ein anschauliches Beispiel dafür, wie wenig eine technische Abspaltung allein über die wirtschaftliche Bedeutung einer Blockchain aussagt. Neue Konsensregeln können eine eigene Chain erzeugen, doch ohne relevante Hashrate fehlt ihr die Infrastruktur, um überhaupt zuverlässig neue Blöcke zu produzieren.

Die reguläre Bitcoin-Blockchain läuft währenddessen nahezu unbeeinflusst weiter. Für den Krypto-Markt ist das ein wichtiger Unterschied: Ein Fork kann technisch existieren und wirtschaftlich trotzdem nahezu bedeutungslos sein. Ob BIP-110 noch genügend Miner anzieht, um diese Dynamik zu ändern, hängt nun von zusätzlicher Rechenleistung ab.



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